Münsterischer Anzeiger

Ja zum Musik-Campus aus 400 Kehlen

Flashmob mit 22 Chören auf dem Prinzipalmarkt

Klaus Baumeister, Münsterischer Anzeiger, Freitag, 18.03.2022

Münster. Zum Wesen eines Flashmobs gehört die Geheimhaltung. Das, was sich am Samstag um 11 Uhr auf dem Prinzipalmarkt ereignete, konnte man nicht geheim halten — und die Organisatoren wollten es auch gar nicht.

Also sah man schon 20 Minuten zuvor kleine Grüppchen auf dem Prinzipalmarkt, die sich allesamt mit der Frage begrüßten: „Hast du deinen Liedzettel mitgebracht?” Kurz darauf erblickten die Passanten auch schon „Demonstranten”, die mit gelben Schildern und dem Schriftzug „Ja zum Musik-Campus” durch die Gegend zogen.

Der richtig große Auflauf folgte dann, als ein bunt zusammengewürfeltes, 18-köpfiges Bläserensemble unter Leitung von Alfred Holtmann die Notenständer aufbaute und „One Moment in Time”, bekannt geworden durch die US-Sängerin Whitney Houston, intonierte. Das war aber nur das Intro für eine noch größere Aufführung. Martin Henning, Leiter des Philharmonischen Chores Münster, dirigierte einen aus 22 Chören bestehenden Chor, der „Thank you for the Campus” (Danke für den Campus) schmetterte — in Anlehnung an den ABBA-Klassiker „Thank You for the Music.

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Rund 400 Menschen versammelten sich am Samstagmittag auf dem Prinzipalmarkt, um musikalisch ein Plädoyer für den Musik-Campus abzugeben. Foto: Klaus Baumeister

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich 400 Menschen auf dem Prinzipalmarkt zum Musizieren versammelt, so später die offizielle Angabe der Polizei. Friedrun Vollmer, Leiterin der Musikschule und offizielle Versammlungsleiterin des Flashmobs, hatte nach eigenem Bekunden mit 250 gerechnet.

Am Rande dieses Flashmobs, der gerade einmal 15 Minuten dauerte und mit dem Friedenskanon „Dona nobis pacem” beendet wurde, gab es natürlich jede Menge Diskussionen über das geplante Millionenprojekt, das Musikhochschule, Musikschule und Sinfonie Orchester in einem Gebäude vereinen soll, ergänzt um eine Konzerthalle. Chorleiter Henning ließ keinen Zweifel daran, dass sich insbesondere die vielen Chöre in der Stadt den Campus wünschen. „Es wäre ein Armutszeugnis, wenn die Stadt das nicht hinbekommt.”

Nachdem Alfred Holtmann die Bläser und Percussionisten aus den Reihen des Sinfonieorchesters, der Musikschule, der Musikhochschule sowie diverser freier Ensembles durch das Programm geleitet hatte, gab auch er ein Statement ab. Er sei seit 30 Jahren in der Musikerausbildung tätig, so Holtmann: „so wie der Campus geplant ist, kann sich da etwas ganz Tolles entwickeln.” Zu den Zuhörern gehörte auch Oberbürgermeister Markus Lewe. Er sagte: „Wer jetzt noch nach rationalen Argumenten gegen den Campus sucht, der ist herzlos.”

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